Was ist eine Absichtserklärung (LOI) nach niederländischem Recht?
Niederländischer Begriff: Intentieovereenkomst / Letter of Intent | Rechtsgrundlage: Rechtsprechung (Plas/Valburg) + § 6:248 BW
Eine Absichtserklärung (LOI oder „Intentieovereenkomst“) nach niederländischem Recht ist ein vorvertragliches Dokument, in dem die Parteien ihre Absicht festhalten, Verhandlungen im Hinblick auf einen endgültigen Vertrag zu führen, und in dem die wesentlichen wirtschaftlichen Bedingungen, Konditionen und den Zeitplan darlegen. Absichtserklärungen können von unverbindlichen Interessensbekundungen bis hin zu teilweise verbindlichen Vorverträgen reichen.
Nach niederländischem Recht haben Absichtserklärungen ein größeres rechtliches Gewicht als in vielen Gerichtsbarkeiten des Common-Law-Rechts. Die Plas/Valburg-Doktrin zur vorvertraglichen Treuepflicht bedeutet, dass eine detaillierte Absichtserklärung berechtigte Erwartungen auf den Abschluss eines Vertrags wecken kann, wodurch ein Rücktritt ohne triftigen Grund erschwert oder mit hohen Kosten verbunden wird. Exklusivitätsklauseln, Vertraulichkeitsverpflichtungen und Bestimmungen zur Kostenteilung in einer Absichtserklärung sind in der Regel verbindlich, selbst wenn der übrige Inhalt als unverbindlich bezeichnet wird.
Warum dies für internationale Unternehmen von Bedeutung ist
Für internationale Unternehmen, die ein Geschäft in den Niederlanden aushandeln, sollte die Absichtserklärung unter vollständiger Berücksichtigung der niederländischen Vorschriften zur vorvertraglichen Haftung abgefasst werden. Was die Parteien als „unverbindlich“ beabsichtigen, wird von einem niederländischen Gericht möglicherweise nicht immer als solches behandelt.
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Zuletzt überprüft: 17. April 2026 durch MAAK Advocaten N.V.