Was versteht man nach niederländischem Recht unter einer Härtefallklausel?
Niederländischer Begriff: Hardship / unvorhergesehene Umstände | Rechtsgrundlage: § 6:258 BW
Eine Härtefallklausel regelt Situationen, in denen die Erfüllung eines Vertrags zwar technisch noch möglich ist, sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch so drastisch verändert haben, dass es unzumutbar wäre, eine Partei an die ursprünglichen Vertragsbedingungen zu binden. Nach niederländischem Recht bildet Artikel 6:258 des Niederländischen Bürgerlichen Gesetzbuchs (onvoorziene omstandigheden / unvorhergesehene Umstände) die gesetzliche Grundlage, wonach ein Gericht einen Vertrag abändern oder auflösen kann, wenn sich die Umstände so stark geändert haben, dass die andere Partei die unveränderte Erfüllung nicht mehr vernünftigerweise erwarten kann.
Die gesetzliche Schwelle ist hoch: Die veränderten Umstände müssen derart beschaffen sein, dass die Aufrechterhaltung des Vertrags in der vereinbarten Form unzumutbar wäre. Die meisten niederländischen Gerichte wenden Artikel 6:258 restriktiv an, und erfolgreiche Klagen sind selten. Aus diesem Grund enthalten internationale Handelsverträge in der Regel eine vertragliche Härtefallklausel, die eine niedrigere Schwelle festlegt und einen Mechanismus zur Neuverhandlung vorsieht, bevor eine der Parteien eine gerichtliche Änderung geltend machen kann.
Warum dies für internationale Unternehmen von Bedeutung ist
Bei langfristigen Liefer- und Vertriebsverträgen bietet eine Härtefallklausel in Verbindung mit der Klausel über höhere Gewalt einen umfassenderen Rahmen für die Risikoverteilung bei wirtschaftlichen Störungen, die die Erfüllung zwar nicht verhindern, diese jedoch wirtschaftlich unzumutbar machen.
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Zuletzt überprüft: 18. April 2026 durch MAAK Advocaten N.V.