Was ist eine Vollstreckungspfändung (executoriaal beslag) nach niederländischem Recht?
Niederländischer Begriff: Executoriaal beslag | Rechtsgrundlage: §§ 430 ff. Rv
Eine Vollstreckungspfändung (executoriaal beslag) ist die Pfändung des Vermögens eines Schuldners auf der Grundlage eines vollstreckbaren Titels, wie beispielsweise eines gerichtlichen Urteils mit Vollstreckungsklausel (grossier), einer notariellen Urkunde oder eines Schiedsspruchs mit Exequatur. Es unterscheidet sich von der Sicherungsbeschlagnahme (conservatoir beslag), die vor Erlass eines Urteils erwirkt wird.
Das Verfahren ist in den Artikeln 430 ff. der niederländischen Zivilprozessordnung geregelt. Der Gerichtsvollzieher stellt dem Schuldner den vollstreckbaren Titel zusammen mit einer Aufforderung zur freiwilligen Zahlung zu. Zahlt der Schuldner nicht innerhalb der gesetzten Frist, geht der Gerichtsvollzieher zur Pfändung bestimmter Vermögenswerte über: Bankkonten, Forderungen, Immobilien, Aktien und bewegliches Vermögen. Die gepfändeten Vermögenswerte können zur Befriedigung der Forderung in einer öffentlichen Versteigerung veräußert werden.
Warum dies für internationale Unternehmen von Bedeutung ist
Für Gläubiger mit einem niederländischen Urteil oder einem nach der Brüssel-I-Neufassung vollstreckbaren EU-Urteil ist die Pfändung der letzte Schritt im Inkassoverfahren.
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Zuletzt überprüft: 17. April 2026 durch MAAK Advocaten N.V.