Was ist die Plas/Valburg-Doktrin im niederländischen Recht?

Niederländischer Begriff: Plas/Valburg | Rechtsgrundlage: HR 18. Juni 1982

Die Plas/Valburg-Doktrin, benannt nach dem Urteil des niederländischen Obersten Gerichtshofs vom 18. Juni 1982, legt fest, dass Parteien in fortgeschrittenen Verhandlungen einander eine Treuepflicht schulden, die zu einer vorvertraglichen Haftung führen kann, wenn die Verhandlungen ohne triftigen Grund abgebrochen werden.

Die Doktrin unterscheidet drei Phasen: eine freie Phase, in der die Parteien noch aussteigen können, eine mittlere Phase, in der eine Kostenhaftung entstehen kann, und eine abschließende Phase, in der die Verhandlungen so weit fortgeschritten sind, dass die andere Partei berechtigt war, einen Vertragsabschluss zu erwarten, was eine mögliche Haftung für entgangenen Gewinn nach sich ziehen kann. Die Phasengrenzen hängen von den Umständen ab: Dauer und Intensität der Verhandlungen, Vertrauen, Konkretheit der erörterten Bedingungen.

Warum dies für internationale Unternehmen von Bedeutung ist

Dies ist der maßgebliche niederländische Präzedenzfall zur vorvertraglichen Haftung. Für internationale Unternehmen, die an die im Common Law geltende Freiheit gewöhnt sind, Verhandlungen jederzeit abzubrechen, ist „Plas/Valburg“ eine der wichtigsten Unterscheidungen im niederländischen Recht, die es zu verstehen gilt.

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Zuletzt überprüft: 17. April 2026 durch MAAK Advocaten N.V.

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