Was versteht man unter „res judicata“ (gezag van gewijsde) im niederländischen Recht?
Niederländischer Begriff: Gezag van gewijsde | Rechtsgrundlage: § 236 Rv
Res judicata (gezag van gewijsde) im Sinne von Artikel 236 der niederländischen Zivilprozessordnung bedeutet, dass Entscheidungen zu Rechtsfragen, die in einem rechtskräftigen Urteil enthalten sind, für die Parteien in späteren Verfahren zwischen denselben Parteien, die dasselbe Rechtsverhältnis betreffen, bindend sind.
Dieser Rechtsgrundsatz verhindert die erneute Verhandlung bereits entschiedener Fragen. Er gilt nur für den Tenor und die wesentlichen Gründe des Urteils, nicht jedoch für obiter dicta. Die Rechtskraft gilt nur zwischen denselben Parteien; Dritte sind an ein Urteil zwischen anderen Parteien nicht gebunden.
Warum dies für internationale Unternehmen von Bedeutung ist
Für internationale Unternehmen, die in wiederholte Rechtsstreitigkeiten mit demselben Vertragspartner verwickelt sind, kann die Rechtskraft einen strategischen Vorteil bieten: Auf eine günstige Entscheidung zu einem entscheidenden Punkt in einem Verfahren kann man sich in nachfolgenden Angelegenheiten berufen.
Verwandte Seiten: Prozessführung in den Niederlanden, Leitfaden zur Prozessführung in den Niederlanden, Glossar niederländischer Rechtsbegriffe.
Zuletzt überprüft: 17. April 2026 durch MAAK Advocaten N.V.