Was versteht man unter Regress und Freistellung in einer niederländischen Lieferkette?
Niederländischer Begriff: Regres en vrijwaring in de keten | Rechtsgrundlage: §§ 6:10 und 6:102 BW
In niederländischen Lieferkettenbeziehungen legen Regress- und Freistellungsklauseln fest, welche Partei letztendlich die wirtschaftlichen Kosten trägt, wenn ein Anspruch geltend gemacht wird. Gemäß Artikel 6:10 BW hat eine gesamtschuldnerisch haftende Partei, die mehr als ihren internen Anteil zahlt, ein Regressrecht gegenüber den anderen. Vertragliche Freistellungsklauseln ergänzen dies, indem sie bestimmte Risiken zwischen den Partnern der Lieferkette aufteilen.
Haftungsfreistellungsklauseln sind besonders wichtig für die Bereiche Produkthaftung, Produktkonformität und Gewährleistungsketten: Wenn ein Endverbraucher Ansprüche gegen den Importeur geltend macht, benötigt der Importeur ein vertragliches Recht, den Anspruch an den Hersteller weiterzuleiten. Ohne ausdrückliche Haftungsfreistellungsbestimmungen decken die gesetzlichen Regressvorschriften möglicherweise nicht alle Situationen ab, insbesondere bei Folgeschäden und behördlichen Bußgeldern.
Warum dies für internationale Unternehmen von Bedeutung ist
Für Hersteller, Importeure und Händler ist die Haftungsfreistellungskette in Lieferverträgen der Ort, an dem die Risiken der Produkthaftung und der Produktkonformität tatsächlich gesteuert werden. Die richtige Aufteilung bereits in der Entwurfsphase festzulegen, ist weitaus kostengünstiger, als dies im Falle eines Anspruchs zu klären.
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Zuletzt überprüft: 17. April 2026 durch MAAK Advocaten N.V.